Schonend Narkose für Ihren Hund
Verschiedene Anästhesieformen in unserer Praxis
Narkose bei Hunde-Operationen
Bei der Vollnarkose kommt es zur allgemeinen Schmerzausschaltung in Kombination mit Bewusstlosigkeit und Muskelerschlaffung. Diese Narkose kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden.
Man unterscheidet die Injektionsnarkose von der Inhalationsnarkose:
Bei der Inhalationsnarkose wird das Narkosemittel mit der Atemluft dem Körper zugeführt. Bei den flüssigen Narkosemitteln handelt es sich um flüchtige Substanzen, die in einem "Verdampfer" des Narkosegerätes in einen gasförmigen Zustand gebracht werden. Diese Narkosegase werden dann mit einem Trägergas, wie zum Beispiel reinem Sauerstoff, gemischt und dem Tier zugeführt. Dieses Gasgemisch kann über eine Maske, einer "Einleitungsbox" oder direkt über einen Tracheo-Tubus (Schlauch welcher in die Luftröhre eingeführt wird) verabreicht werden.
Bei der Injektionsnarkose werden Narkosemittel entweder unter die Haut, in den Muskel oder direkt in die Vene verabreicht. Der gewünschte Wirkungseintritt bei der Verabreichung unter die Haut oder in den Muskel dauert länger als die Applikation in die Vene. Einige Medikamente könnten nur direkt in die Vene appliziert werden, da eine Gabe unter die Haut oder in den Muskel das Gewebe schädigen würde. Von grossem Vorteil ist das Legen eines Venenkatheters. Somit können verschiedene Medikamente direkt über den Katheter verabreicht werden. Einige Narkosemittel werden im so genannten Dauertropf gegeben, um eine Narkose aufrecht zu halten.

Wie könnte eine Narkose bei Ihrem Hund aussehen?
Falls es sich um ein sehr unruhiges Tier handelt, würde ein Beruhigungsmittel unter die Haut oder in den Muskel gespritzt werden. Daraufhin wartet man einige Zeit, bis sich der Hund beruhigt hat, dies kann je nach Medikament bis zu 30 Minuten dauern.
In den meisten Fällen kann aber, zusammen mit den Besitzern, direkt ein Venenkatheter gelegt werden. Das Beruhigungsmittel wird, dann in Kombination mit einem Schmerzmittel über den Katheter verabreicht. Auch bei dieser Methode wartet man einige Minuten, bis sich der Patient etwas beruhigt hat.
Danach wird über den gleichen Katheter das gewählte Anästhetikum verabreicht, bis der Schluckreflex ausgeschaltet ist, und der Tracheo-Tubus in die Luftröhre eingeführt werden kann. Über den Tubus wird nun eine Inhalationsnarkose weiter aufrecht erhalten, oder falls man sich dazu entschieden hat die Narkose als Injektionsnarkose weiterzuführen, dient der Tubus als „Sicherheitsmassnahme“.
Falls es zu einem Narkosezwischenfall kommen würde, könnte der Hund jederzeit mit 100 % Sauerstoff beatmet werden, ohne wertvolle Zeit zu verlieren, um einen Tubus einzuführen. Auch können Futterreste, Erbrochenes, Blut oder Speichel nicht in die Lunge gelangen, was dort zu einer Lungenentzündung führen könnte.
So wie der eingeführte Tubus ist auch der gelegte Venenkatheter eine große Sicherheitsmassnahme bei einem Narkosezwischenfall. Medikamente und Infusionen der Notfallmedizin können direkt in den Venenkatheter gespritzt werden. Während einer Notfallsituation ist es häufig sehr viel schwieriger eine Vene zu finden, und man verliert
wertvolle Zeit.
Der Großteil der Anästhesien in der Kleintiermedizin verlaufen komplikationslos und
ohne Zwischenfälle. Trotzdem ist es unerlässlich auch jede Routinenarkose zu überwachen.

